Von den etwa acht Millionen Honduranern leben nach Definition der UN derzeit rund 60 Prozent unterhalb der Armutsgrenze. Unter den Folgen der Armut leiden vor allem die Kinder. Vier von zehn Verarmten sind unter 15 Jahre alt und 350 000 gehen nicht zur Schule. Acción Humana hilft genau ihnen.

StraßenkinderDiese Kinder haben entweder keine Eltern mehr oder die häufig sehr kinderreichen Familien können oder wollen ihre Kinder nicht ernähren, geschweige denn in die Schule schicken. Und so bleibt den Kindern und Jugendlichen als Ausweg zumeist nur die Arbeit auf Plantagen oder die Straße, d.h. Prostitution, Drogenhandel und Diebstahl. Der Weg in die Kriminalität wird ihnen leicht gemacht, denn so genannte „Maras“, organisierte Jugendbanden, beherrschen die Straßen und bieten scheinbaren Schutz vor den Milizen des Staates und darüber hinaus ein Gemeinsamkeitsgefühl, welches die Kinder, die aus zerrütteten Familien kommen, dankbar annehmen. Doch was für die Kinder und Jugendlichen auf den ersten Blick die einzige Überlebenschance zu sein scheint, führt sie häufig in den sicheren Tod. Denn Gewalt ist unter den Jugendlichen an der Tagesordnung. „Misstraue jedem, wenn du überleben willst“, lautet das Motto.

Der Bandenalltag ist brutal und ein täglicher Wettlauf mit dem Tod. So bekämpfen sich die Banden nicht nur untereinander, es gibt auch Indizien, das private Sicherheitsdienste auf die Kinder angesetzt wurden, um die Straßen zu „säubern“. Zum Konsum von Drogen ist es dann meistens nur ein kleiner Schritt. Den Kindern ist es egal, ob der Leim, den sie schnüffeln, das Gehirn zerstört. Sie wollen nur vergessen, wenigstens für einige Momente. 50 Prozent von ihnen erreichen nicht einmal das 16. LebensjStraßenkinderahr.

Die tägliche Angst lässt zuerst das Lachen sterben. In Müll wird nach Essbarem gesucht, sie verkaufen ihren Körper. Sex dient der Lebenserhaltung und betrügt sie gleichzeitig darum: Honduras ist laut UNESCO eines der weltweit größten Zentren von Kinder-Aids.

Eine Entwicklungshelferin berichtete: „Ich bin auf den Straßen Jungen und Mädchen begegnet, denen in diesem Land die Kindheit und das Recht auf Leben geraubt wird. Aber keines dieser Kinder bat um Mitleid, Hilfe oder Barmherzigkeit. Sie sagten nur: „Wir wollen in die Schule gehen und lernen, und wir wollen dieses trostlose Leben hinter uns lassen und in Frieden und ohne Angst vor dem Tod aufwachsen dürfen.“

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