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Vor Ort in Honduras - Kristina Müller berichtet von ihren Erfahrungen
Erst kürzlich kam Kristina Müller, Mitglied von Acción Humana, aus Honduras zurück, wo sie insgesamt drei Monate verbrachte. Im Folgenden können Sie an ihren Erfahrungen und besonderen Momente in Honduras teilhaben.
"Es war für mich natürlich nicht das erste Mal, dass ich nach Honduras in unser Projekt reiste, allerdings ist jeder Besuch bei den Kindern außergewöhnlich und besonders! Die Herzlichkeit und aufrichtige Freude, mit der man jedes Mal empfangen wird, findet man nur selten ein zweites Mal so wie bei diesen Kindern. Es erstaunt mich, wie höflich und selbstverständlich die Koffer abgenommen werden, jeder seine Runde macht um mich zu begrüßen und sich interessiert nach der Reise erkundigt. Es erstaunt mich daher, weil diese Kinder nicht wie üblich - und für uns häufig selbstverständlich - bei den Eltern aufgewachsen sind und dort grundsätzliche Verhaltensweisen anderen Personen gegenüber erlernt haben. Dennoch begegneten sie mir hauptsächlich mit viel Respekt und Freundlichkeit.
Ich war das letzte Mal vor drei Jahren in Honduras und so kannte ich den größten Teil der Kinder nur noch über Fotos. Während der letzten Zeit sind besonders viele kleinere Jungen ins Heim gekommen, die mir dann mit einer riesigen Zahnlücke entgegen grinsten. Diese Bengel kennen zu lernen dauerte allerdings nicht lange. Der ein oder andere mag etwas schüchterner gewesen sein, doch spätestens nach dem zweiten Mal Verstecken spielen bemühten sie sich um meine Aufmerksamkeit.
Da ich vor Ort sehr viel mit den Angestellten gearbeitet habe, um bestimmte Strukturen zu erweitern und zu verbessern, versuchte ich die restliche Zeit mit den Kindern zu verbringen. So organisierte ich eine Tagestour mit dem Bus und einer Horde von 69 lautstarken, fröhlichen Jungs ans Meer. Die Kinder planschten im Meer, bauten Burgen, buddelten einander in den Sand ein, suchten Kokosnüsse und spielten -wie kann es anders sein- Strandfußball. Am Ende des Tages wanderte jeder sehr müde aber zufrieden ohne Murren ins Bett. Außerdem organisierte ich zusammen mit einem Freund einen Spieletag, an dem die Jungen in Gruppen verschieden Stationen ablaufen mussten.
Ein Highlight war die große Übernachtungsparty. Die Angestellten hatten einen Fortbildungstag mit Übernachtung und daher organisierte ich mit den Kindern und noch ein paar anderen Freiwilligen im Projekt eine große Übernachtungsparty. Wir kauften Kilos an Früchten, um einen Fruchtnachtisch vorzubereiten und da kam man bei 69 hungrigen Mündern und heißen Temperaturen schon mal ganz schön ins Schwitzen. Dann brachten die Kinder ihre Matratzen in den Speisesaal und wir bauten den Fernseher und eine Musikanlage auf. Es wurde gegessen, getanzt und bis in die frühen Morgenstunden Filme geschaut. Es war eine große Familie, die sich dort das "Bett" teilte.
Besonders stolz bin ich aber auf die Entwicklung des ein oder anderen Jungens, die ich miterleben durfte. Aus Anfangs noch etwas wilden und ungestümen Kindern sind nun junge Männer herangewachsen von denen bald ein paar die Schule mit Abitur beenden werden und schon konkrete Zukunftspläne haben. Einer von ihnen ist Nelson Hernandez, der z.B. Medizin studieren will. Die Tatsache, dass die Planungen über die Sorge wie sie am nächsten Tag zu Essen kommen können hinaus geht, ist für mich ein großer Erfolg.
Dieser Aufenthalt hat mir wieder einmal gezeigt wie wichtig solche Projekte sind, um Menschen, insbesondere Kindern, wieder Hoffnung für die Zukunft zu geben."
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